Verfasst von: Joachim Sucker | September 10, 2015

Freiheit für MOOCs – Plattformen für alle!

Ja, ich fordere die Freiheit für MOOCs.

Angeregt durch meine Teilnahme am Educamp und der Tagung „MOOCs an beyond“ in Berlin, augerichtet durch Oncampus und dem Stifterverband, hier einige Gedanken zur Freiheit.

Prof. Dr. Joachim Metzner, Vorstand HRK (Hochschul-Rektoren-Konferenz), hat es auf der Tagung „MOOCs and beyond“ (#dgiturn) am 8.9.15 zugegeben: Die HRK hat spät das Potential von MOOCs erkannt und nun prognostiziert sie den MOOCs eine enorme Ausdifferenzierung in unzähligen Variationsformen. (Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal ein Fan der HRK werde.) MOOCs sind damit diplomatisch anerkannt.

MOOCs sind in der Tat ein Phänomen der letzten Jahre. Während sich 2012 noch keine deutschen Google-Abfragen zu MOOCs finden ließen, so Dr. Volker Meyer-Guckel vom Stifterverband auf der gleichen Tagung, sind es heute ca. 210.000 Treffer. Die Innovationskurven sind bekannt, wir befinden uns in der mühsamen Verstetigungsphase nach dem Hype und der Desillusionierung.

MOOCs finden scheinbar nicht Teilnehmer, sondern umgekehrt finden Teilnehmer die MOOCs. Der Stein wird in den Teich geworfen und man beobachtet wohin die Wellen sich bewegen. Man könnte meinen, die hochschulMOOCs sind als Teil ihrer Lehre konzipiert und sprechen überwiegend eigene Studenten an. Wie die Evaluationen ( Anja Lorenz, oncampus) zeigen, ist dem nicht so. Die Studierenden sind in der Minderheit. Es kommen je nach Thema, eine hohe Anzahl von Erwachsenen in die MOOCs. Wenige Hochschulen spitzen das Angebot konsequent auf die eigenen Studenten zu (Beispiel: ChangeMakerMOOC aus Kiel).
Solange die hochschulMOOCs nicht in der Vergabe von ects-Punkten in der Fläche vernetzt sind, wird das auch schwierig zu ändern sein. Erste Hochschulen erkennen dieses, wie z.B. die TU9 Initiative.

So werden die Hochschulen quasi über Nacht zu Orten des Long Life Learnings, auch von Erwachsenenbildung abseits der Hochschullehre. Die FH Lübeck hat sich bewußt für zahlreiche MOOCexperimente entschieden, die nicht Hochschulabsolventen als Zielgruppe ansprechen sollen.
Der Bildungsmarkt wird sich rasant verändern. Eine Aufteilung zwischen Bildungsanbietern ist so in einigen Jahren nur noch schwer herzustellen.

Weiterbildung, speziell Erwachsenenbildung, wurde bisher von den Volkshochschulen für sich reklamiert. Das gehört der Vergangenheit an. Die Volkshochschulen haben dies teilweise erkannt und ein Konzept „Erweiterte Lernwelten“ auf den Weg gebracht. Erste Umsetzungen sind bereits erfolgt. So konnten einige Volkshochschulen schon 3 cMOOCs anbieten. 2013 den vhsMOOC auf WordPress und 2015 den strickMOOC auf WordPress und den ichMOOC auf mooin).

Noch fehlt eine Strategie, wie übrigens fast allen Anbietern aus Lehre und Bildung. Die Fachhochschule Lübeck scheint hier mit oncampus und mooin die Nase vorn zu haben. 2 Jahre MOOCs haben da schon einiges durchgerüttelt. Und das ist erst der Anfang. TTIP wird den Rest unserer gewohnten Bildungslandschaft umpflügen. Mal sehen, was dann nachwächst.

Wenn wir die MOOCs einmal aus den Räumen der Bildung befreien, dann ergibt sich auch schnell eine andere Begriffszuordnung. Massiv Open Online Communikation könnte sie lauten, wobei Communikation natürlich auch Course beinhalten kann. Mit dieser Definition ergibt sich eine neue Perspektive auf das MOOCpotential.
Es wird nicht nur mit unterschiedlichen Formaten (xMOOC, cMOOC, bMOOC, SOOCs, ….) weitergehen, ich erwarte besonders ungewöhnliche Kooperationen. Außer Iversity gibt es im deutschsprachigen Raum nur Hochschulplattformen für MOOCs. Der Wettbewerb ist eröffnet. Mooin aus Lübeck, HPI (Hasso Plattner Institut), Leuphana (Lüneburg), iMOOX (Graz), Universität zu Kiel, … (wahrscheinlich vergesse ich einige).

In Hamburg haben sich auf Wunsch des Bürgermeisters Olaf Scholz die 8 staatl. Hochschulen zur Entwicklung einer hoou (Hamburg Open Online Universität) zusammengeschlossen. Besonders interessant dabei ist die Begründung.  Bürgermeister Scholz möchte vermeiden, dass Hochschullehre nur über kommerzielle Plattformen (Google lässt grüßen) MOOCs anbieten können. Die öffentliche Hand gründet also selber MOOCplattformen. Scheinbar eine vorausschauende Strategie. Weitere Hochschulen werden sicher folgen. So entsteht ein Netz aus Hochschulplattformen. So weit so gut?

Aber was ist, wenn sich die MOOCs tatsächlich weiterentwickeln? Wenn neue Kooperationen MOOCs entstehen lassen?

  • Wenn z.B. Sanierungsträger Projekte der Stadtentwicklung mit Hilfe eines MOOCs entwickeln. Wenn Sie darüber eine Community aufbauen, in die sie auch wichtigen Content zur Erläuterung eigener Planung einstellen und die Betroffenen zur gemeinsamen Gestaltung und Lernen einladen?
  • Wenn Unternehmen ihre Personalentwicklung durch MOOCs befördern, indem sie talentMOOCs für Schulen anbieten. Wenn Airbus einen schülerMOOC zum Flugzeugbau anbietet und die besten Schüler mit Stipendien ausstattet.
  • Wenn der programmierMOOC für Schüler des HPI´s nur eine von hundert schülerMOOCs sein wird, ohne Beteiligung der Schulen?
  • Wenn Parteien MOOCs als Wahlkampfinstrument erkennen?
  • Wenn Risikokapitalgeber startupsMOOCs anbieten?
  • Wenn addidas einen MOOC zur Sportmedizin anbietet?
  • Wenn ….

Müssen sich all diese MOOCanbieter bei Hochschulplattformen bewerben? Werden die Hochschulen die neuen Monopolisten für MOOCs? Vorstellbar wäre es.

Unternehmen nehmen MOOCs auch in den Fokus, bedienen sich dabei bisher überwiegend vorhandenen MOOC-Plattformen, da sie das Rad nicht neu erfinden wollen und sich mit einer Plattform bisher kein Geld verdienen lässt. Werden auch deutsche Unternehmen an kommerzielle MOOCplattformen im Ausland herantreten, um eigenen Personalnachwuchs auszubilden? Wenn Unternehmen eigene Zertifizierungen anbieten? Dann bleibt den Hochschulen in diesem Bereich noch nicht einmal das Monopol der Prüfung und Zertifizierung. Siehe auch Udacity mit den Nanodegrees. Aber das ist ein eigenes Thema.

Doch die technische Entwicklung wird wahrscheinlich bald einfache smarte MOOCplattformen anbieten. Dann können sich Unternehmen vielleicht als Mandant in ein MOOC-Tool einkaufen. Das führt dann wieder zur Zementierung bestehender Verhältnisse – Zugang durch Hochschulen oder Geld. Freiheit ist anders.
Die Macht der MOOC-Plattform wird sich nur relativieren, wenn es sehr viele, günstige und smarte Tools für alle gibt. Wie will die Politik die Öffnung steuerfinanzierter (Hochschul)Plattformen definieren? Als Closed-Shop? Da ist bisher nichts zu hören.

Nicht nur der Content, auch die Plattformen sollten als Open Educational Resources gedacht werden. Zwar wollen einige MOOCplattformen (mooin und hoou (in Planung)) sich für Kooperationen öffnen, aber einem Anspruch auf freien Zugang entspricht das nicht.

Offene Plattformen für alle, die sie nutzen wollen. MOOCplattformen sind eine Basis demokratischer Bildung und Kommunikation. Frei dem VHS-Motto „Bildung für alle“.

Die connectivistisch angelegten cMOOCs können hier als Vorbild dienen. Sie stellen einen Lerncontent bereit und animieren zum Austausch der Beteiligten. Das Ziel ist hierbei die Mutation der Teilnehmenden zu Teilgebenden, also der Aufbau einer thematisch und zeitlich begrenzten Community. Das Curriculum schafft Orientierung und soll das selbstgesteuerte Lernen vereinfachen. Die so entstandenen Communities können über den eigentlichen Kurszeitraum fortbestehen, wie z.B. im VHS  ichMOOC im Facebook-MOOC-Salon mit fast 700 Mitgliedern. Sie besitzen ein hohes Innovationspotential und tragen zur Vernetzung gesellschaftlicher Gruppen bei. Auch und besonders derer, die bereits aus der formalen Lehre herausgewachsen sind. MOOCs sind somit Anlass zum gesellschaftlichen Wandel. Hier wurde auch schon eine neue Partnerschaft zwischen der Bremer VHS, Hamburger VHS und mooin/oncampus eingegangen.

Freiheit für MOOCs, heißt Freiheit für die Plattformen – offener Zugang für alle. Sie sollten dem deutschen Recht unterliegen und dementsprechend auf deutschen Servern gehostet werden. Oder wollen wir wieder auf Google, Airbnb und Uber warten?

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Responses

  1. Lieber Joachim, Freiheit für Moocs einzufordern, finde ich einen richtig guten Vorschlag. Was wir (unter anderem) dazu brauchen ist eine Art „smartMooc-Bewegung“, und das smart vor dem Mooc bezieht sich dabei auf die Offenheit des Zugangs und die Leichtigkeit des Umgangs mit einer Plattform. Ich kann es eigentlich gar nicht fassen, warum wir bis heute noch keine richtig gute smartMOOC-Plattform haben, bei der ich mit ganz wenigen Schritten selbst einen guten Kurs/ eine gute Kommunikation aufsetzen kann. Kollaborativer Blog, Social Media-Anbindung, Videoconferencing, Forum, Chat, etcetera, das Übliche, ABER mit einem Maximum of Usability. Darum gehts. MIt WordPress funktioniert das nicht. Für Einsteiger viel zu hohe Hürden, auch wenn es viele Netzapologeten „einfach“ finden. Mooin (tolle Initiative einer „kleinen“ Hochschule): zu viele Klicks bis ich am Ziel bin, Navigation, weit entfernt von intuitiv. smartMooc bedeutet ein EDUDESIGN zu schaffen, das wirklich animiert und zum Mitmachen und Lernen inspiriert. Das kann bis heute kein LMS, auch wenn sich Moodle und Co usabilitymäßig weiter entwickelt haben. Ein leuchtender Stern am Himmel, einen Steve Jobs-Ähnlichen, der irgendwann mit dem Wischgerät auftauchte, das so sehr einladend war – so etwas braucht die Weblerngemeinde und besonders all diejenigen, die dazu kommen sollen und wollen. Und dabei spielt im Übrigen die SCHÖNHEIT der Netzoberfläche (evtl auch deren „Eleganz“) eine große Rolle. Warum diskutieren wir so selten über die Schönheit des Lernens mit dem Netz? Es macht mich ganz kirre, dass wir uns die ästhetischen Beleidigungen des Netzes immer wieder antun, dass wir sie aushalten und sie selbst auch noch verursachen. Wenn die Schönheit des Netzes denn da ist (wie beim iphone1 und folgenden) sind wir begeistert und machen mit. Was übrigens schnell zur Folge hätte, dass wir ein „MoocTube“ bekämen, das zu einer großen vernetzte Wissenressource mutieren könnte. Aber eins nach dem anderen.
    So long. Chr.

  2. Ich finde das Ansinnen durchaus unterstützenswert, muss jedoch bemerken, dass die edX Software als Open Source zur Verfügung steht. Leider nutzt sie kaum jemand, um daraus so etwas wie einen smartMOOC zu bauen. Was das jedoch genau sein sollte, müsste man zunächst festlegen.
    Konkrete Anforderungen und Beispiele guter und schlechter Lösungen sind zu benennen. Ein mehr an Features muss nicht immer eine Verbesserung darstellen. Usability und User Experience spielen eine große Rolle.

    Ich würde sofort mitmachen und könnte mein Know How zu interaktiven Videoplayern einbringen.

  3. Hallo Christoph,

    du fragst: „Warum diskutieren wir so selten über die Schönheit des Lernens mit dem Netz? Es macht mich ganz kirre, dass wir uns die ästhetischen Beleidigungen des Netzes immer wieder antun, dass wir sie aushalten und sie selbst auch noch verursachen.“
    Ich hätte darauf eine Antwort: Weil es ein Spiegel unserer Lernwirklichkeit ist. Schau dir doch mal den typischen Unterrichstraum in der Erwachsenebildung an: Stühle in Reihe mit Ausrichtung auf einen Dozenten vorne. Stühle im Rechteck an Tischen mit Ausrichtung zum Dozenten. Wände meist neutral. VHSen als Gast in Schulklassenräumen. Bitte nichts ändern: Morgen kommen die Schüler wieder. Oder: mit 15 Minuten Abstand wechseln die Dozenten für Französisch B1, Malerei in der Romantik und Fotogruppe B-Hausen im gleichen Raum am Abend.
    Wie soll es da zu Individualisierungen der Raumgestaltung kommen?
    Sind das nicht die ‚Beleidungungen‘ mit denen Dozenten alltäglich konfrontiert sind.
    Ralf Hilgenstock

  4. Hallo Joachim,

    MOOCs stehen am Scheidepunkt und müssen sich nun nach einer ersten Experimentierphase der Realität stellen. Hier ein paar der Punkte:

    Durchstehquote: Welcher VHS Dozent würde positiv vom Fachbereich eingeschätzt wenn am Ende des Semesters noch 10% der Teilnehmer dabei sind von denen ein Drittel sich für das Abschlusszertifikat qualifizieren kann?

    Vor-der-eigene-Haustür-Syndrom: VHSen sind kommunale Einrichtungen. Typischerweise führt im Kulturausschuß eine hohe Quote von TN aus den Nachbargemeinden zur Frage des interkommunalen Finanzausgleichs. (Bei den Musikschulen schon lange ein Thema). Spätestens der Kulturausschuss fragt: nettes Spielzeug habt ihr da. Nur warum macht ihr das für 80% der Teilnehmer aus ‚Übersee‘. Tourismusförderung wird in einem anderen Dezernat gemacht. Ist nicht Aufgabe der VHS.

    Wer soll es tun? Die VHSen sind bekannt für eine über aus großzügige Spendenpraxis gegenüber den Dozenten. Gemeinhin wird es als Honorarzahlung bezeichnet. Bezahlt wird nur wenn es stattfindet. Dozenten sind Selbständige und haben so ca. 25 € je Stunde, inkl. Vorbereitungszeit, Durchführungszeit, Fahrtzeit, Nachbereitungszeit, Abstimmungszeit in der Tasche. Wer es nicht als Hobby betreibt, ist häufig prekär beschäftigt. Ein MOOC schüttelt sich nicht aus dem Ärmel, also ist auch Vorbereitungs-Konzept- und Medienerstellungszeit zu berücksichtigen. Ich gehe mal davon aus, dass im Regelfall auch den FB-Leitungen der Zeitrahmen hierfür fehlt. Also: wie muss (kann) es bezahlt werden.

    Ist das förderfähig? Habt ihr inzwischen klar, dass Online-Lernen eine förderfähige U-Stunde ist? Oder guckt der Prüfer des RP/Landes ganz irritiert: was soll das denn sein? Wie passt das zu den MOOCs? Muss dann dabei nicht wenigstens das Anmeldeverfahren im Büro der VHS erfolgen und wie wird dieTeilnahmeliste beim Mooc unterschrieben? Hey. Beim Mooc waren mehr als 10% TN aus anderen Bundesländern dabei. Das geht gar nicht.

    Jenseits von Projekten. Projekte sind nett. Aber wenn sie nicht den Nukleus von Verstetigung enthalten, sind sie am Ende ganz am Ende. Danke. Das wars.

    Spielwiese ist gut. Aber jetzt ist es an der Zeit. Ohh jetzt eine Durchsage: Der kleine MOOC möchte bitte von seinen Eltern aus dem Kinderparadies abgeholt werden. Der kleine MOOC will abgeholt werden.

    Die Zeit ist reif, die Frage zu stellen, welche Innovationskraft MOOC-Erfahrungen für den Alltag haben. Oder brauchen wir jetzt eine zweite Experimentierphase?

    – MOOCs im Brot-und-Butter-Angebot der VHS. Deutsch lernen für Flüchtlinge. Hier ist gerade echt ein Massenangebot gefragt. Es gäbe da noch mehr Themen: Syrien -> Ostwestfalen: Was ich wissen muß, um hier klar zu kommen?…

    – MOOCs im Geflecht der Institution: Welche Neudefinition und Lobbyarbeit braucht es, um Moocs im Überbau der Entscheider hoffähig zu machen.

    – MOOC-erfolgreich machen: Wie müssen MOOCs und MOOC-Betreuungen gestaltet werden, damit der Teilnahmeerfolg bei 75% derTN erreicht wird?

    – Sind wir nicht alle immer ein bisschen MOOC? Was kann ich von MOOCs lernen für meinen Kurs mit 12 TN Montags 18.15-19.45 Uhr 6x 2 UStd?

    – .. [es gäbe da noch mehr]

    Ralf Hilgenstock

    • Durchstehquote: Welcher VHS Dozent würde positiv vom Fachbereich eingeschätzt wenn am Ende des Semesters noch 10% der Teilnehmer dabei sind von denen ein Drittel sich für das Abschlusszertifikat qualifizieren kann?

      Ja, das Argument höre ich öfter. MOOCs sind ein Bildungssetting für selbstgesteuertes Lernen. Die Betonung liegt auf SELBSTGESTEUERT, also nicht alles durcharbeiten müssen, weil der Lehrer es so vorgesehen hat. Wir haben es hier mit Erwachsenen zu tun, die sich im Web die Dinge herausholen, die für sie wichtig sind. Ich sage Ihnen nicht, was für sie wichtig ist. Ich biete ihnen Lektionen an, die sie selbstbestimmt anschauen können. Wenn dies keiner täte, wären die Inhalte schlecht oder falsch angekündigt. Ein cMOOC ist nicht auf „durchhalten“ angelegt, sondern auf Kommunikation.
      Deine Kritik könnten allerdings auf xMOOCs angewendet werden, zumindest, wenn sie auf einen Abschluss hin konzipiert wurden. Aber selbst da wäre ich vorsichtig, denn jenseits der Abschlüsse gibt es natürlich Lernerfolge, die vom Veranstalter nur schwer zu evaluieren sind.
      Gradmesser für einen guten MOOC sind die Beurteilungen der selbstlernenden TeilnehmerInnen.

      Vor-der-eigene-Haustür-Syndrom: VHSen sind kommunale Einrichtungen. Typischerweise führt im Kulturausschuß eine hohe Quote von TN aus den Nachbargemeinden zur Frage des interkommunalen Finanzausgleichs. (Bei den Musikschulen schon lange ein Thema). Spätestens der Kulturausschuss fragt: nettes Spielzeug habt ihr da. Nur warum macht ihr das für 80% der Teilnehmer aus ‘Übersee’. Tourismusförderung wird in einem anderen Dezernat gemacht. Ist nicht Aufgabe der VHS.

      Auch kommunale Verwaltung lernt gerade, dass das Web nicht an der Kreisgrenze aufhört. Da können wir optimistisch sein, das werden noch andere ebenfalls lernen.

      Jenseits von Projekten. Projekte sind nett. Aber wenn sie nicht den Nukleus von Verstetigung enthalten, sind sie am Ende ganz am Ende. Danke. Das wars.
      Spielwiese ist gut. Aber jetzt ist es an der Zeit. Ohh jetzt eine Durchsage: Der kleine MOOC möchte bitte von seinen Eltern aus dem Kinderparadies abgeholt werden. Der kleine MOOC will abgeholt werden.

      So könntest Du über jede Innovation schreiben. MOOCs werden ihren Weg gehen. Schon arbeiten andere Volkshochschulen an neuen MOOC-Ideen. Es gilt das Format als Veranstalter zu lernen, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und eine Einbindung in unsere (deutschlandweite) Angebotspalette zu finden. Zu früh, um jetzt schon mit der Analyse fertig zu sein.
      Überleg einmal selbst, was da noch an Möglichkeiten drinsteckt. MOOCs zum Deutsch lernen für Flüchtlinge, warum nicht? Erste Institutionen arbeiten auch an diesen Konzepten.
      Die Beantwortung Deiner restlichen Fragen, gebe ich gerne an Dich zurück. Sie scheinen mir doch allzu rhetorisch.


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