Verfasst von: Joachim Sucker | Mai 27, 2015

Alte Tante VHS und Webschickeria

In den letzten Wochen durfte ich zwei Interviews zum Thema ichMOOC und digitale VHS geben.

Mit Nina Oberländer von der (Bremer Volkshochschule) bin ich  für die Hamburger Volkshochschule Gastgeber im aktuellen VHS-MOOC „Mein digitales ich“, auch unter #ichMOOC bekannt. Eine Woche vor dem Start am 28. Mai 2015 auf der MOOC-Plattform mooin  (FH Lübeck) können wir fast 900 Anmeldungen verbuchen. Der Großteil aus Deutschland aber auch der Rest der Welt ist vereinzelt dabei. Österreich, Italien, Schweiz, Dänemark, Niederlande, Schweden, Ungarn, Großbritanien, Griechenland, Algerien, Westsahara, Brasilien, Südafrika und Japan. Für Volkshochschulen als kommunale Bildungsanbieter eine neue Perspektive, die wir erst einmal verdauen müssen.

Über die Hintergründe konnten wir mit den Netzpiloten sprechen. Der #ichMOOC – Nichts für die Web-Schckeria

 

Und die Pink University hat mich zu dem Thema VHS und digitale Bildung angesprochen. Dabei bin ich auf unser besonderes MOOC-Format mit Begleitkursen, den MOOCbars eingegangen. An 48 Orten werden Bildungsanbieter, überwiegend Volkshochschulen unseren ichMOOC begleiten. Was sich im Interview so locker anhört, ist eine aufregende Innovation für mich, ich denke aber auch für die Volkshochschulen.

„Neue Lernwelten – wir stehen vor einer Revolution“ – 7 Fragen an Joachim Sucker, Hamburger Volkshochschule

Wir werden das mittlerweile dritte MOOC-Projekt evaluieren und unsere Möglichkeiten im Bereich digitaler Lernsetting sicher im Konzept „erweiterte Lernwelten“ in der VHS einbringen. Die Politik ist sich einig, Lernen bedeutet in der digitalen Gesellschaft „lebenslanges Lernen“ und Weiterbildung ist dafür der Schlüssel. Und der Schlüssel zur Weiterbildung sind die über 900 Volkshochschulen in Deutschland.

Verfasst von: Joachim Sucker | Mai 11, 2015

Was ich an Barcamps so liebe

Was ich an Barcamps liebe ist die Unvorhersehbarkeit. Nicht nur thematisch, sondern auch die aus dem Format entstehenden menschlichen Begegnungen. So war es beim vhsBarCamp in Leipzig auch wieder.

Mit diesem Tweet von Lavinia fing alles an:

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Eine kurze Antwort von mir, und schon haben wir uns in der Pause getroffen und eine gemeinsame Session zum Thema „Online Fortbildung“ ausgetüftelt. Dabei habe ich einiges über Ihre Arbeit an der Hochschule in Halle erfahren, wo sie für den Bereich eLearning arbeitet. Sie beschrieb recht anschaulich, dass ihr Institut den Großteil der Lehrenden durch Fortbildungen versucht zu erreichen, was aber nicht so einfach ist. Wir wollten die Session etwas konkreter aufziehen und fragten, was die Anwesenden für Ihre Fortbildung an Kursen benötigen. Ich dachte dabei zuerst an AdobeConnect-Räume, in denen wir verschiedene Settings ausprobieren können.

Die Session verlief dann ganz anders. Es war nicht einfach den Fokus auf die Anwesenden zu lenken, denn natürlich saßen dort die professionellen Weiterbildner/innen, die sich kaum davon trennen können, Fortbildungen/Kurse für andere zu konzipieren. Wir sind Volkshochschüler und denken in Kursen, ich auch.

Fopbi

Durch einen Beitrag von Karlheinz Pape, der in seinem Blog berichtete, wie große Unternehmen (Adidas, Deutsche Bahn und Bosch) ihre Fortbildungsabteilungen teilweise auflösen und neue Ansätze ausprobieren. Dabei ist u.a. der Slogan „Lernen ist Arbeiten und Arbeiten ist Lernen“, der in eine andere Denkrichtung führt. Schon oft haben wir in unseren Online-Gruppen oder auf Seminaren vom formalen oder informellen Lernen gesprochen, aber was das konkret für den Bereich der Fortbildung bedeutet, noch nicht so recht konkretisiert. Bosch geht z.B. den Weg Fortbildung in Communities zu verlagern. Mitarbeiter qualifizieren sich gegenseitig im Job. Also weniger Verluste, wie wir sie in formellen Lernsituationen kennen.

Wenn ich von mir ausgehe, so habe ich in den letzten Jahren zum Thema Online-Marketing oder Weblernen keine Fortbildung gemacht. Andere berichten mir ähnliches. Wir lernen im Netzwerk, durch Barcamps, Twitter, Facebook oder Google+. Dies ließe sich an vielen Beispielen erklären.

Fortbildung, besonders vielleicht zur Themenwelt der Digitalisierung, brauchen Netzwerke. Wenn wir die Netzwerksdichte erhöhen, so haben wir es in der Session formuliert, wird dies automatisch zu erhöhtem nonformalen Wissenserwerb führen.

Eigentlich eine simple Erkenntnis, aber als VHS-Kursmacher nicht so sehr naheliegend. Es braucht mal wieder einen Perspektivwechsel, um das Naheliegende zu sehen.

Gruendung

Und das Schöne an vhsBarcamps ist die konsequente Umsetzung der Kollegen, denn wir sind ein Praxisnetzwerk. Marie Batzel von der vhsMönchengladbach hat sogleich, noch während der Session, eine vhsKultur-Community auf G+ eingerichtet. Nach 2 Minuten waren es 3 Mitglieder, nach einem Tag 12, nach 2 Tagen sind es 22 Mitglieder. Das klingt simpel, doch wird es aus meiner Sicht sehr viel in unserer Bildungsarbeit verändern.

Dazu müssen wir uns kurz einmal die Struktur unserer VHS-Organisation vergegenwärtigen. Jede VHS hat pädagogische Mitarbeiter, die für einen oder mehrere Fachbereiche zuständig sind. Kultur, Sprachen, Gesundheit etc. Bundesweit gibt es diese Struktur auch bei den Landesverbänden. Die jeweiligen programmatisch Verantwortlichen der Landesverbände treffen sich in den Bundesarbeitskreisen (BAKs). Diese tagen regelmäßig und stimmen sich über die inhaltlichen Linien ab. Vertreter der über 900 Volkshochschulen sind nicht offiziell im BAK vertreten. Die BAKs bereiten Fachbereichstage vor, zu denen dann die Mitarbeiter der Volkshochschulen eingeladen werden. Also, Alles in Allem eine ganz normale Struktur, wie wir sie von überall her kennen.

Wenn sich jetzt zum Beispiel im Bereich Kultur eine große Gruppe vernetzt, unabhängig von Hierarchien und Zuständigkeiten, wenn sich diese Kolleg/innen nur über das eigene Interesse  vernetzen, dann wird dies Auswirkungen auf die Struktur nehmen. Der BAK Kultur wird nicht mehr allein das Sprachrohr der kulturellen Weiterbildung sein. Geradezu zwangsläufig wird das Netzwerk, wenn es eine hinreichende Dynamik entfaltet, selber Einfluss nehmen und im besten Fall wird der BAK Kultur selber im Netzwerk aktiv werden und so seine Arbeitsgrundlage erheblich erweitern können. Auch hier greift das Stichwort der „erweiterten Lernwelten“.

Vielleicht war die Gründung der KulturCommunity der in der Chaostheorie vielzitierte Flügelschlag des Schmetterlings, der eine bahnbrechende Wende einleitete. Und vielleicht durfte ich in diesem Moment ein Teil des Flügelschlages sein. Ich glaube schon, denn ich habe das Leuchten in den Augen anderer Kollegen aus anderen Fachbereichen gesehen, auch dass der Landesverbandsvertreter.

Und deswegen liebe ich Barcamps!

Und schon heute freue ich mich auf die Fortsetzung 2016 in meiner Hamburger Volkshochschule

Tschuess

Verfasst von: Joachim Sucker | März 31, 2015

MOOCs sind für uns alle da!

Sicherlich werde ich bald auch etwas zu meinem neuen Projekt für die Hamburger Volkshochschule, dem ichMOOC schreiben. Es ist ein MOOC zum Thema „Mein digitales ich“. Nähere Infos hierzu unter www.ichmooc.de. Näheres zu den Begleitangeboten, den MOOCbars hier.

Im Rahmen meiner MOOC-Aktivitäten beschäftigt mich das gesamte Umfeld von MOOCs. Am 18.8.14 hatte ich getwittert, dass das Jahr 2015 DAS MOOCjahr wird. Und so kommt es wohl auch. Die Kollegen der Fachhochschule Lübeck haben die Plattform mooin gegründet und erste MOOCs laufen seit März dort. Auch imoox, aus Österreich produziert fleißig neue MOOCs. Nina Oberländer von der Bremer VHS (ichmooc), Martin Ebner von der TU Graz (imoox) und ich haben uns zu MOOCs unterhalten.

Sind MOOCs für alle da? Können Volkshochschulen und Hochschulen kooperieren? Was ist Weiterbildung für die TU Graz?

Verfasst von: Joachim Sucker | Oktober 21, 2014

Volkshochschule in der digitalen Gesellschaft

In einem Text habe ich einen Blick in die Zukunft riskiert. Ich weiss, es ist vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung ein Wagnis. Aber mein Beitrag zielt hier nicht so sehr auf technische Entwicklungen, sondern beschreibt eher eine gesellschaftliche Entwicklung, die Martin Lindner als „digitalen Klimawandel“ bezeichnet. Was bedeutet das für die offenen Bildungsangebote von Volkshochschulen und welche Kernthesen lassen sich daraus ableiten.

Vielleicht gelingt eine konstruktive Debatte, die mutig nach vorne führt.

Die Zukunft der Volkshochschule

 

 

Verfasst von: Joachim Sucker | April 19, 2014

Gunther Dueck im Gespräch

Zusammen mit Nina Oberländer aus der Bremer Volkshochschule, habe ich anlässlich des vhsBarcamps im Mai mit Gunther Dueck ein Interview geführt. Vielen Dank an Gunther Dueck für die spontane Bereitschaft.

Inhaltlich geht es ums Lernen. Wie lernt Gunther Dueck? Wie lernen wir in Zukunft? Wie wird dies auf Volkshochschule wirken?

 

Verfasst von: Joachim Sucker | April 18, 2014

Wie geht Innovation?

Angeregt zu meinem Beitrag wurde ich durch zwei andere Blogeinträge.

Richard Gutjahr schreibt unter der Überschrift:
Medienwandel: Brauchen wir noch TV-Sender?

Wir sind die Zwischendrin-Generation
Das Fernsehen ist nicht tot. Im Gegenteil. Dank Smartphone, Tablets und die immer schnelleren Übertragungswege stehen Bewegtbilder so hoch im Kurs wie noch nie. Das Problem: Das alte, klassische Medien-System funktioniert nicht mehr. Das neue noch nicht. Dazwischen wir, die Zwischendrin-Generation. Was wir auch machen, wir sitzen zwischen allen Stühlen. Wir sollen voran gehen, dürfen aber niemanden zurücklassen. Wir sollen jünger werden, dürfen aber die Alten nicht verprellen. Sollen digital denken und dabei analoges Geld verdienen. Doch wie wir jetzt auch beim Massenmedium Fernsehen lernen: Wenn wir in der Mitte stehen bleiben, versuchen, es allen recht zu machen, erreichen wir bald gar niemanden mehr.

Von Thomanern, Würmern und Fischen
Der Wurm muss dem Fisch schmecken, hat der einstige RTL-Boss Helmut Thoma mal gesagt. Das Problem: Den einen Fischtank, wie zu Thomas Zeiten, gibt es so nicht mehr. Die Schleusen sind auf, vor allem die jungen Fische haben das Aquarium längst verlassen und schwimmen mit ihren Mobilgeräten kreuz und quer durch alle Weltmeere und Zeitzonen. Oder wie es das ZDF in seinem offiziellen Statement zum Ende von Wetten dass formulierte: Schuld seien die veränderten Sehgewohnheiten. mehr

Die Beschreibung der Zwischendrin-Generation finde ich spannend und auch Volkshochschule anwendbar.

Dann hat Karlheinz Pape im Corporate-Learning-Blog zu Veränderungen in der Volkshochschule Stellung bezogen.

Organisations-Entwicklung von unten – bei Volkshochschulen!

…Können die mehr als 900 VHS zu einem großen Bildungs-Anbieter werden? Dass das jemals politisch entschieden wird, scheint sehr unwahrscheinlich, auch wenn es wirtschaftlich und inhaltlich klug wäre. Wir erleben heute den Trend zu vernetzten Organisationen, in denen Hierarchie eine neue, andere Rolle bekommt. Wenn man sich die vielen regionalen VHS einmal als Netzwerk-Knoten einer aufs gleiche Ziel hinarbeitenden Netzwerk-Organisation vorstellt, dann scheint dieses Ziel gar nicht unerreichbar.

… Besser könnte sich auch eine hierarchisch geführte Organisation so einen Change-Prozess-Start nicht ausdenken. Da scheint die Zersplitterung in 900 unabhängige Einheiten sogar vorteilhaft zu sein. Wäre das eine Groß-Organisation mit Behörden-Struktur, dann gäbe es vermutlich diesen Prozess noch gar nicht. Ein aus meiner Sicht ermutigendes Zeichen für das Möglichmachen einer funktionierenden Netzwerk-Struktur unter den weiter selbständig agierenden VHS. Ein wenig mehr Unterstützung könnten die Macher aber schon gebrauchen. Eigentlich sollten alle Volkshochschul-Landesverbände und der Deutsche Volkshochschul Verband diesen extrem kostengünstigen Change-Prozess unterstützen. Dort scheint die Skepsis zu solch selbstorganisierten Prozessen der Experten vor Ort noch zu überwiegen. Vielleicht hat das ja ganz viel mit einem neuen Verständnis von Lernen zu tun: Lernen ist immer ein selbstorganisierter Prozess. Auch in einer lernenden Organisation. mehr

Stehen wir am Beginn einer umwälzenden Organisationsveränderung?
Wir Deutschen haben immer schon gerne Vereine und Verbände gegründet. Sie dienten als Organisationsform, meist von oben nach unten hierarchisch festgezurrt. Posten und Titel waren zu vergeben. Wir Volkshochschulen sind auch ein Beispiel hierfür. Ein Bundesverband, 17 Landesverbände, über 900 Volkshochschulen, unzählige Arbeitskreise. Direktoren, Fachbereichsleitungen, Sprecherinnen, Leiter und wie die Titel alle heißen. All das steht für ein Arbeiten in hierarchischen Strukturen. Die Leitplanken der Kommunikation, die damit verbunden sind, lassen meist einen Austausch unter gleichgestellten Personen zu. Jeder pflegt seinen Acker. Ganz selten durchbrechen größere Veranstaltungen dieses Muster. Eine andere Organisationsform, die Entscheidungen und Geldströme kanalisiert, ist bisher kaum denkbar.

Ist diese Organisationsform von gestern, wird sie sich überleben?
Auch wenn wir in Bildungskontexten wohl noch einige Zeit in dieser selbst übergestreiften „Zwangsjacke“ stecken werden, scheint ein Umbruch doch unausweichlich. Die Herausforderungen durch die enorme Transparenz und die offenen Grenzen des Web lassen „geschlossene“ Zirkel an ihre Grenzen stoßen. Nicht öffentliche Entscheidungsgremien werden zunehmend als „Seilschaften“ empfunden. Sie erscheinen heute verdächtig geheim. Die Bestimmer sind sich keiner Schuld bewusst, warum auch, es ist ja schon immer so gelaufen und eine böse Absicht ist nicht erkennbar. Noch gibt es hierzu keine Alternativen, denn Strukturen müssen Entscheidungsprozesse hervorbringen. Der Einsatz von Ressourcen muss legitimiert sein.

Graswurzeln und Gremien in der vhs-Struktur. Mit- oder gegeneinander?
Ermöglicht wird eine Graswurzelbewegung durch die sozialen Netzwerke. Es gibt, einschließlich der Kursleitungen, über 200.000 Akteure, die die Arbeit der Volkshochschulen gestalten. War es früher nicht möglich, seine Stimme, seine Meinung vielen zu Gehör zu bringen, geht das heute über Xing, Facebook, Twitter, Google+ und andere Netze oder Blogs einfach und schnell.

Eine Marketinggruppe auf Xing hat über 300 Mitglieder. Der vhsMOOC hat ein Netzwerk von annähernd 700 Personen initiiert. Die Die Gruppe vhs2020 hat in wenigen Wochen über 200 Mitglieder gewonnen. Im Verhältnis immer noch wenige Kollegen, doch der Austausch ist schnell und flexibel. Entscheidungen über Projekte können kurzfristig über Feedback-Schleifen kommuniziert und auf den Weg gebracht werden. Die Geschwindigkeit des Austausches und deren Transparenz sind die größten Vorteile dieser Online-Gruppierungen. Ein Nachteil bleibt: Es werden auch nur die Onliner erreicht. Die Diskussion schmort im eigenen Saft der Online-Suppe.

Doch wie kann ein konstruktiver Dialog über die Nutzung des Webs für neue Lernformen mit “Nicht-Vernetzen” geführt werden?
Das sind wir wieder in der „Zwischendrin-Situation“. Online-Netzwerke müssen genauso „bedient“ werden, wie traditionelle Organisationsstrukturen. Da prallen Welten aufeinander und es braucht auf beiden Seiten ein Höchstmaß an Geduld. Wichtig erscheint mir, dass in dieser Phase keine unnötigen Fronten aufgebaut werden. Es ist in der Natur der Sache, dass die einen ungeduldig sind, weil die Strukturen für ihrem Abstimmungsprozess lange Fristen in Anspruch nehmen und die Gremien „mißtrauisch“ das scheinbar ungesteuerte Treiben der „Basis“ beäugen, was zu Unsicherheiten führt.

Wir sind in einer „Zwischendrin-Phase der Bildung“. Verschiedene Konzepte ringen um Einfluss. Erweiterte Lernwelten: das Miteinander von Präsenzlehre und Lernen im Web.
Der Begriff „erweiterte Lernwelten“ versucht ganz bewußt Polarität abzubauen. Es geht nicht darum die Präsenzlehre durch das Web abzulösen. Es geht vielmehr um ein sinnvolles Miteinander verschiedenster Lernsettings, ausgerichtet an den Bedürfnissen der Lernenden. „Erweiterte Lernwelten“ als Begriff beschreibt diesen Veränderungsprozess der Lehre an Volkshochschulen. Nicht als Auswahl unterschiedlicher Orte und Technikeinsätzen, sondern auch inhaltlich, wenn es um Kriterien im Wandel geht.

1. Schaffung von individuelle Lernzugänge und Lernbegleitungen
2. Ausprägung der Lernrollen vom „Teil-Nehmer“ zum „Teil-Geber“
3. Aufbau von regionalen und überregionalen Netzwerken.

Das Gelingen in diesem Veränderungsprozess braucht Zeit, damit der Wandel keine Verlierer hinterlässt. Wir Volkshochschulen sind auf einem guten Weg. Die Betitelung nötiger Innovationsprozesse als „erweiterte Lernwelten“ lässt allen Beteiligten den nötigen Spielraum sich einzubringen.

Digitale Lernsetting als Thema sind heute aus keiner größeren Konferenz wegzudenken. Der Begriff „erweiterte Lernwelten“ versteht sich als Einladung für alle Beteiligten. Als Ort für eine KOnkretisierung eignet sich die Google+ Community “vhs2020”, oder das vhsbarcamp am 16./17. Mai in Köln.

Insofern geht Volkshochschule hier einen eigenen innovativen Weg. Und ich gebe Karlheinz Pape Recht, es ist ein ungewöhnlicher Prozess, der zwar erst am Anfang steht, doch schon jetzt ungeahnte Gemeinsamkeiten hervorbringt. Das Bewusstsein im Zeitalter zunehmender Digitalisierung als gemeinsame Marke auf dem Weiterbildungsmarkt zu agieren wächst. Mit 924 eigenständigen Volkshochschulen wird es bunt zughen.

Es bleibt spannend!

 

Verfasst von: Joachim Sucker | April 18, 2014

vhsBarcamp 2014

Am 16./17. Mai 2014 wird es das erste bundesweite vhsBarcamp geben. Das vhsBarcamp versteht sich als Verlängerung des vhsMOOCs. Wir wollen das entstandene Netzwerk pflegen und weiterentwickeln. Die Erfahrung zeigt, dass hierfür Präsenztreffen besonders geeignet sind.

Ähnlich offen wie ein MOOC, kann das vhsBarcamp jeden Teilnehmer zum Teilgeber machen. Wir ein Barcamp funktioniert erklärt Karlheinz Pape im Gespräch mit Amelie Wangram von der vhs Köln.

Auf dem Barcamp werde ich eine Session zum Thema vhs Kundenmagazin anbieten. In Hamburg konnten wir die erste Ausgabe unserer ACHT auf den Markt bringen. Ein sehr innovativer Ansatz mit potentiellen Kunden ins Gespräch zu kommen. Eingebunden in Aktivitäten anderer Online-Kanäle kann das Print-Mgazin Türen öffnen. Aber mehr dazu dann im vhsBarcamp.

vhsBarcamp auf G+

vhs2020 auf G+

 

 

Verfasst von: Joachim Sucker | November 9, 2013

VhsMOOC, das war’s.

Eine Abschlusskommentar folgt noch. Hier kurz der Abschluss-Hangout schon mal vorweg:

Verfasst von: Joachim Sucker | Oktober 25, 2013

MOOCs als Bildungsformat

Ein MittagsTalk im Rahmen des vhsMOOCs mit Monik E. König und Martin Lindner zu MOOCs. Persönliche Erfahrungen, Aufwand und Spass und Perspektiven des Formates.

Verfasst von: Joachim Sucker | Oktober 15, 2013

MOOCs als Chance für Volkshochschulen

Viele denken, dass MOOCs nur etwas für Hochschulen sind. Ich möchte mal einen Ausblick wagen.
Volkshochschulen werden, zumindest im beruflichen Kontext, stark in Lebensumbrüchen genutzt. Sei es als Vorbereitung auf eine Prüfung oder in der beruflichen Neuorientierung.
Im Bereich der Grundbildung wollen und müssen wir Angebote vorhalten, denn das ist unser gesellschaftlicher Auftrag. Oft ist die Schwierigkeit dabei, ausreichend Teilnehmer/innen zu gewinnen. Auch möchten sich Menschen nicht immer unbedingt sofort als Lernschwächere outen und erst einmal im geschützten, d.h. eher anonymen Umfeld lernen.
Als Ergänzung zu unseren Präsenzkursen kann ich mir durchaus auch niedrigschwellige MOOCs vorstellen. Heute beginnt über die Plattform Iversity der erste deutsche Mathe-MOOC. Er hat ca. 2.000 TN und läuft über 15 Wochen. Zielgruppe sind hier eher Studenten, doch es zeigt sich, dass diese Zielgruppe nicht immer gefunden wird.
In der deutschen Ausgabe des Wall Street Journal ist unter dem Titel “Der Bildungstsunami erreicht Europa” ein interesanter Beitrag hierzu zu lesen. Er inspirierte mich zu diesem Post. Darin heißt es:
Demografische Daten des HPIs zeigen: MOOCs sind weder ein Jugendphänomen, noch ersetzen sie das klassische Studium. Es gehe vielmehr um das Thema „lebenslanges Lernen”, sagt Institutsdirektor Christoph Meinel. Das zeigt sich auch in der Nutzungszeit: Zwischen 20 und 22 Uhr ist die Aktivität besonders hoch – MOOCs werden überwiegend von Berufstätigen genutzt. Das HPI (Hasso Plattner Institut) bietet dabei ausschließlich IT-Kurse – entsprechend sind auch die Nutzer: überwiegend männlich, meist im Alter zwischen 30 und 40 und in einem technischen Beruf, meist mit hohem IT-Anteil.
Das kurbelt meine Phantasie natürlich an. Gibt es nicht ausreichend Themen, die mit einem MOOC anzubieten wären. Nicht in dem Setting unseres vhsMOOCs, das wäre zu aufwendig, aber als sog. xMOOC mit klaren Lerneinheiten und einem Zertifikat. Vielleicht auch als Vorlauf für regionale Präsenzangebote? Eine Mathe-Mooc auf Hauptschulniveau? Ein Deutschkurs für Deutsche oder Migranten. Ein Ernährungskurs für junge Mütter? …. Wer setzt diese Reihe fort?

Und noch ein weiterer Aspekt bewegt mich. Durch unsere breite Infrastruktur an ca. 3.000 Standorten in Deutschland, sind wir ein idealer Partner für große MOOCs, die eine Präsenzprüfung am Ende benötigen. Das wird in der Regel der Fall sein, wenn die Credits dafür anerkannt werden sollen. Auch hierzu liefert der Artikel einen Absatz:
Ein Problem ist der Nachweis, dass es sich beim Absolventen eines Tests auch wirklich um die Person handelt, die diese vorgibt zu sein. Teilweise setzen daher vor allem US-Anbieter auf Kooperationen mit Assessment-Centern, die die Prüfungen abnehmen. Noch sind die Abschlüsse bei Arbeitgebern außerdem weitgehend unbekannt. Meiners vergleicht sie mit Zertifikaten, die beispielsweise auch Firmen wie Microsoft ausstellen. Sie zeigten dem Gesprächspartner, dass ein Bewerber ein gewisses Interesse und eine Konsequenz bei einem Thema unter Beweis gestellt hat. „Was das genau wert ist, wissen Sie auch bei den vielen Microsoft-Zertifikaten nicht, ohne sich genauer damit zu befassen.
Volkshochschulen als Prüfungspartner für Hochschul-MOOCs? Das wäre nicht nur als PR geeignet, damit würden wir auch neue Zielgruppen ansprechen können.

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